Meine persönlichen Erfahrungen mit Stimme und innerer Wandlung

Der Satz „Alles schwingt“ war für mich einst wie ein leiser Türöffner. Er markierte den Beginn einer langen Reise der Horizonterweiterung – einer Suche nach Zusammenhängen zwischen Körper, Gefühl, Raum und Bewusstsein. Ab 1996 führte mich diese Neugier zunächst in die Radiästhesie und Geomantie, später auch in die Homöopathie. Mich faszinierte dabei besonders die Idee, dass feine, gezielte Impulse auf der Ebene von Schwingung tiefgreifende Veränderungen anstoßen können.

Diese Vorstellung erinnerte mich an eine frühere, fast spielerische Idee aus meiner Jugend: eine Bücher-Apotheke. Als begeisterter Leser erlebte ich immer wieder, wie Romane innere Räume öffneten, trösteten, aufwühlten oder klärten. Ich fragte mich: Könnte das richtige Buch zur richtigen Zeit ähnlich wirksam sein wie ein Heilmittel?

Ein erstes prägendes Schlüsselerlebnis mit der Stimme hatte ich während eines Radiästhesie-Seminars beim gemeinsamen Tönen in einem sakralen Raum. Die Intensität dieser Erfahrung überraschte mich vollkommen. Ich spürte mich selbst, die Gruppe, den Raum – und etwas darüber Hinausgehendes – ungewöhnlich lebendig, verbunden und genährt. Dieses Erleben war so kraftvoll, dass ich seither immer wieder Räume suche, in denen Stimme gemeinsam erfahrbar wird. 

Kurz darauf trat ich einem Chor bei, in dem ich mehrere Jahre sang.

Ein weiteres, tief berührendes Erlebnis folgte 2010 bei einem Geomantie-Seminar in Slowenien, das dem Archetyp des Schamanen bzw. Vermittlers gewidmet war. Dort experimentierten wir mit Stimme, um über Resonanz in Kontakt mit Orten zu treten. An einem Tag voller Regen und Überschwemmungen saßen wir zu fünft durchnässt in einem Auto, als jemand Musik einlegte, die ich bis dahin nicht kannte: das Moola-Mantra, gesungen von Deva Premal. Diese Klänge trafen mich mitten ins Herz – ich weinte die gesamte Fahrt vor Glück und Ergriffenheit.

Wieder zu Hause fand ich meinen ersten Mantra-Singkreis. Später kamen Obertongesang hinzu sowie freie, teils rauschhaft inspirierte Treffen mit improvisierter Musik, intuitivem Singen und Tönen. 

Bei einer späteren schweren Erkrankung machte ich schließlich eine Erfahrung, die mein Vertrauen in die Kraft der Stimme weiter vertiefte: Intuitives Singen und Tönen brachte mir spürbare Erleichterung und eine deutliche innere Wendung in Richtung Genesung.

In den darauffolgenden zwölf Jahren lag mein Schwerpunkt vor allem auf innerer Arbeit – auf Klarheit, Bewusstsein, fühlender Präsenz und gelebter Ausdrucksfähigkeit in vielen Bereichen meines Lebens. Die Stimme war dabei immer präsent, rückte jedoch ab 2023 bewusst in den Mittelpunkt meiner Arbeit, als ich mich intensiver damit beschäftigte, wie Stimme Entwicklung, Regulation und Heilungsprozesse unterstützen kann.

Mit der Zeit wurde mir immer deutlicher:

Unsere Stimme ist kein bloßes Kommunikationswerkzeug. Sie ist unmittelbarer Ausdruck unserer verkörperten Wirklichkeit. Sie zeigt oft ehrlicher, was in uns lebendig ist, als es Worte oder Gedanken vermögen. Der bekannte Satz „Der Körper lügt nicht“ gilt auch für die Stimme.

Wenn wir stimmlich in Kontakt mit uns selbst gehen, können Emotionen, Körperempfindungen und gespeicherte Erinnerungen hör- und spürbar werden. Allein das Ausdrücken dessen, was da ist, kann entlastend, klärend und zutiefst befreiend wirken. Blockaden werden fühlbar – und damit veränderbar. Es kann sich etwas lösen, ordnen, reinigen. Aspekte in uns, die lange im Verborgenen wirkten, finden endlich Ausdruck und Bewusstsein. Und was gesehen und angenommen ist, verliert seine unbewusste Macht.

Stimme wirkt jedoch nicht nur nach innen. Wir können uns mit unseren Stimmen gegenseitig berühren. Wenn ich deine Stimme höre, erfahre ich sie nicht nur akustisch, sondern oft auch körperlich. Ich spüre, was sie in mir auslöst – und darin etwas von dem, was du von dir zeigst. Meine eigene Stimme kann darauf antworten: intuitiv, lauschend, im Kontakt mit deinem Anliegen.

In dieser stimmlichen Resonanz entsteht ein besonderer Dialog. Er kann spiegeln, verstärken, ermutigen und neue, lebensförderliche Impulse geben. Genau dieser Aspekt – das gemeinsame Erforschen, Lauschen und Tönen im Resonanzraum – ist heute ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit und die Grundlage der STIMM-Reisen, die ich sowohl im 1:1 als auch in der Gruppe anbiete.